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Der Turbo für Thüringens Mittelstand

INQA-Coaching navigiert durch den digitalen Wandel

Wer heute nicht in die Zukunft investiert, wird morgen nur noch die Rücklichter der Konkurrenz sehen. Insbesondere der digitale Wandel stellt unseren Mittelstand vor immense Herausforderungen: Wie sichere ich meine Fachkräfte? Wie motiviere ich mein Team? Wie gestalte ich die Arbeit von morgen? Hier setzt ein Programm an, das Sie kennen sollten: das INQA-Coaching der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA). WIRTSCHAFTSSPIEGEL stellt vor, wie das funktioniert, wer profitieren kann – und wer in Thüringen Ansprechpartner sind.

Robert Kneschke – stock.adobe.com

INQA-Coaching ist kein Schnellschuss, sondern ein strukturierter und langfristiger Prozess. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die bereit sind, sich aktiv mit ihren internen Strukturen, der Arbeitsorganisation, der Führungs- und Unternehmenskultur auseinanderzusetzen, bietet es großes Potenzial – gefördert, erprobt und wirksam. Thüringen steht mit lokalen Ansprechpartnern und Beratungsstellen gut aufgestellt da, um diese Chance zu nutzen.

Die Ziele im Fokus:

Was will INQA-Coaching erreichen?
Das Hauptziel des INQA-Coachings ist klar: KMU dabei zu unterstützen, ihre personalpolitischen und arbeitsorganisatorischen Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation zu meistern. Konkret bedeutet das:

  • Zukunftssicherung: Ihr Unternehmen soll gestärkt und widerstandsfähig (resilient) gegenüber den Veränderungen des Marktes werden.
  • Fachkräftesicherung: Entwicklung einer modernen, mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, um Mitarbeitende zu binden und neue zu gewinnen.
  • Arbeitsgestaltung: Verbesserung der Arbeitsqualität, z. B. durch die Etablierung neuer Arbeitsweisen und die Förderung einer gesunden und sicheren Arbeitskultur.

Im Kern geht es also darum, Arbeit besser zu machen – für die Chefs und für die Belegschaft.

Die Zielgruppe:

Wer kann profitieren?
Das Programm richtet sich explizit an die KMU, das Rückgrat der Thüringer Wirtschaft.

  • Unternehmensgröße: Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten.
  • Finanzielle Kriterien: Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen Euro.
  • Rechtsform: Rechtlich selbstständige Unternehmen, Angehörige der Freien Berufe oder gemeinnützige Unternehmen.
  • Bestand: Das Unternehmen muss mindestens zwei Jahre am Markt bestehen.

Kurzum: Wenn Sie als mittelständisches Unternehmen in Thüringen an den Fragen der Digitalisierung, Fachkräftegewinnung und modernen Arbeitsorganisation arbeiten wollen, sind Sie die ideale Zielgruppe.

Der Weg zum Erfolg:

So läuft das Coaching ab
Der Prozess ist schlank und in drei Stufen gegliedert, wobei die Mitarbeiterbeteiligung stets im Mittelpunkt steht:

  • Die Erstberatung (IBS): Der erste Schritt führt Sie zu einer regionalen INQA-Beratungsstelle (IBS) in Thüringen. In diesem kostenlosen Erstgespräch wird Ihre Förderfähigkeit geprüft und Ihr konkreter Handlungsbedarf im Kontext der digitalen Transformation identifiziert. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, erhalten Sie den INQA-Coaching-Scheck.
  • Das Coaching im Betrieb: Mit dem Scheck lösen Sie das eigentliche Coaching bei einem autorisierten INQA-Coach Ihrer Wahl ein. Über einen Zeitraum von bis zu sieben Monaten arbeitet der Coach direkt in Ihrem Betrieb mit Ihnen und Ihren Beschäftigten an individuellen Lösungen. Gefördert werden maximal 12 Beratungstage, in denen Analysen, Zieldefinitionen, Maßnahmenpläne entwickelt und erste Schritte umgesetzt werden, oft durch die Einrichtung sogenannter Lern- und Experimentierräume.
  • Das Abschlussgespräch: Etwa drei bis sechs Monate nach dem Coaching findet ein Abschlussgespräch mit der IBS statt. Hier werden die Ergebnisse und die Wirkung der Beratung ausgewertet und bei Bedarf auf weitere regionale Unterstützungsangebote verwiesen.

Kosten und Förderung:

Die gute Nachricht
Und hier kommt der finanzielle Turbo: Das INQA-Coaching ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus).

  • Förderquote: Es werden 80 Prozent der Beratungskosten übernommen.
  • Kostenrahmen: Gefördert werden bis zu 12 Beratungstage mit einem Höchstsatz von 1.200 Euro (netto) pro Tag.
  • Maximaler Zuschuss: Bei maximaler Ausschöpfung beträgt der Zuschuss 9.600 Euro (netto).
  • Ihr Eigenanteil: Der Eigenanteil des Unternehmens beläuft sich somit auf maximal 2.880 Euro (netto), zuzüglich der anfallenden Mehrwertsteuer (die nicht förderfähig ist) und etwaiger Reisekosten des Coaches.

Interessierte Unternehmen investieren also einen kleinen Betrag, um einen umfassenden, professionellen und maßgeschneiderten Veränderungsprozess anzustoßen. (tl)

Ihre Ansprechpartner in Thüringen

BFW Thüringen GmbH
Dr. Silvia Beukert · Tel. 036608 7-601
s.beukert@bfw-thueringen.de

Institut der Wirtschaft Thüringens (IWT) GmbH
Ragna Melzer · Tel. 01520 6365834
ragna.melzer@iw-thueringen.de
Enrico Schöbel · Tel. 0361 6759 240
enrico.schoebel@iw-thueringen.de

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