Lesedauer: 3 Minuten

Warum jetzt der langsamste Moment ist​

Wer nicht entscheidet, wird ersetzt.

Für Sebastian Winkler ist klar: Die Zukunft steht nicht nur vor der Tür, sondern bereits im Haus. Der technologische Wandel ist in vollem Gange und nur wer mutig genug ist, Neues auszuprobieren und Entscheidungen zu treffen, wird das Tempo mitgehen können.

Sebastian Winkler ©  Juliane Keith

Sebastian Winkler auf der Neue Wirtschaft Mitte in Eisenach | Foto: Juliane Keith

Schneller, immer schneller

„Das Tempo des technologischen Wandels war noch nie so schnell wie jetzt. Und dennoch wird es nie wieder so langsam sein, wie es gerade ist.“ So beschreibt Sebastian Winkler die Quintessenz seines Keynote Talks „Entscheiden oder ersetzt werden – warum jetzt der langsamste Moment ist“, den er zur Neuen Wirtschaft Mitte an Vertreter des Thüringer Mittelstands richtete.

Was bewusst plakativ klingt, beschreibt eine reale Entwicklung. Die Geschwindigkeit technologischer Veränderung nimmt weiter zu. Gleichzeitig sinkt die Halbwertszeit von Wissen, Geschäftsmodellen und Prozessen. Technologien – insbesondere KI – werden nicht schlechter, sondern leistungsfähiger. Und sie sind für nahezu jedes Unternehmen verfügbar.

Sebastian Winkler © Juliane Keith

Entscheiden oder ersetzt werden. | Foto: Juliane Keith

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob man sich damit beschäftigt, sondern wie aktiv. Denn entgegen vieler gängiger Endzeitszenarien ist es nicht die Technologie, die Menschen ersetzt – es sind Menschen, die besagte Technologie nutzen. „Technologie ist immer nur Mittel zum Zweck und sollte nie im Vordergrund stehen. Sie ist deshalb immer austauschbar. Wichtig ist, dass wir wandelbar und wissbegierig bleiben und uns mit diesen Veränderungen aktiv auseinandersetzen. Ich nenne diese Menschen immer die Mutigen, die, die etwas probieren und experimentieren. Und aus meiner Sicht brauchen wir viel mehr Mutige in Unternehmen.“

Experimentieren zahlt sich aus

Besonders die Fähigkeit und Bereitschaft von Organisationen, das Lernen neuer Tools systematisch zu ermöglichen und bewusst zu belohnen, sei in Zukunft ausschlaggebend. Gerade im ostdeutschen Mittelstand, so Winkler, wo ein hohes Loyalitätsverständnis häufig auf eine ausgeprägte Stabilitätsorientierung trifft, kann diese Stärke in Zeiten exponentieller Entwicklung zur Bremse werden. „Das Tempo ist heute viel zur schnell für viele kleinere Prozesse, die sich effizient automatisieren ließen. Mein Appell ist daher: Versucht im kleinen Rahmen regelmäßig zu experimentieren. Sucht euch am Ende der Woche den Kack-Prozess im Betrieb und überlegt, was davon überhaupt notwendig ist. Dann versucht ihr, so viel wie möglich von dem was übrig ist zu automatisieren und schaut in zwei Wochen, wie viel Zeit ihr dadurch eingespart habt.“

Ein erster konkreter Schritt, um den Stein ins Rollen zu bringen und systematisch zu lernen. Denn wer nicht heute schon beginnt, sich mit den Veränderungen von morgen zu beschäftigen, wird auch in Zukunft zu langsam sein. „Wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen, sehen wir, dass man mit dem Skillset aus der Ausbildung bis zur Rente durchgekommen ist. Das gibt es heute einfach nicht mehr. Man muss ständig dazulernen und sich anpassen oder läuft Gefahr  ersetzt zu werden. Wozu willst du gehören?“

Smarte Aluminium-Spritzgießwerkzeuge

Gastbeitrag: Hochschule Schmalkalden und Technische Universität IlmenauSmarte Aluminium-Spritzgieß­werkzeugeIndustrielle Produk­tion ist ohne spritzge­gossene Pro­dukte aus...

16. Erfurter Technologiedialog oder „Warum KI die neue Elektrizität ist“

16. Erfurter Technologiedialog oder „Warum KI die neue Elektrizität ist“ Am 8. April 2024 stand der 16. Erfurter Technologiedialog ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz (KI). 170...

10. Waltershäuser Technologietag: KI zur Steigerung der Produktivität

10. Waltershäuser Technologietag: KI zur Steigerung der ProduktivitätDer Waltershäuser Technologietag beschäftigte sich dieses Mal mit dem Thema „KI zur Steigerung der Produktivität“....

VibroKI: Optimierung von Schleifprozessen mit KI-Methodik

Gastbeitrag: Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH)Optimierung von Schleif­prozessen mit KI-MethodikUnerwünschte Schwingungen während des Schleifens optischer Werkstoffe verursachen...

KI und Cybersecurity: Chancen nutzen – Risiken erkennen und minimieren

Chancen nutzen – Risiken erkennen und minimieren KI und CybersecurityKünstliche Intelligenz (KI) bietet viele Chancen – sowohl für Unternehmen als auch für Cyberkriminelle. Doch welche...

Transformation in der Medizin: Diagnostik mit künstlicher Intelligenz und Grenzen der KI

Diagnostik mit künstlicher Intelligenz und Grenzen der KI Transformation in der MedizinDie Herzmedizin hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten enorm entwickelt. Ebenfalls vier...

Aktuelle Trends in der Fertigungstechnik: Gastbeitrag von Professor Dr.-Ing. Jean Pierre Bergmann

Gastbeitrag: Professor Dr.-Ing. Jean Pierre Bergmann, Fachgebietsleiter Fachgebiet Fertigungstechnik, TU IlmenauAktuelle Trends in der Fertigungstechnik Zusammenarbeit von Mensch und...

Optimierung der Energieeffizienz und Wartung mittels Sensorik und Künstlicher Intelligenz

Gastbeitrag: IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbHOptimierung der Ener­gieeffizienz und Wartung mittels Sensorik und Künst­licher Intelligenz...

Ilmenauer Wissenschaftsnacht 2023: Programm online verfügbar

Programm zur Wissenschaftsnacht online verfügbar Wissenschaftsabenteuer in IlmenauAm 1. Juli lockt die Ilmenauer Wissenschaftsnacht Groß und Klein auf den Campus der Technischen...

Künstliche Intelligenz in der Produktion: Gastbeitrag von Dr. Se­bastian Gerth und Dr. Andreas Patschger

Künstliche Intel­ligenz in der Pro­duktion Was ist heute bereits möglich und was kann in Zukunft möglich sein?In Thüringen gibt es gleich eine ganze Reihe von Einrichtungen und...
Share This