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TEAG bei Gewinn und Dividende 2025 auf stabilem Niveau

Energieversorger legt Zahlenwerk für 2025 vor

Drei Themen beherrschten die Bilanzpressekonferenz der Thüringer Energie AG (TEAG): Neben den aktuellen Unternehmenszahlen waren dies die andauernden Verwerfungen auf dem Öl- und Gasmarkt sowie die Sicherheit der Leitungsnetze vor Anschlägen.

Vorstandsvorsitzender Stefan Reindl (links) und Vorstand Dr. Andreas Roß | Foto: TEAG

Drei Themen beherrschten die Bilanzpressekonferenz der Thüringer Energie AG (TEAG): Neben den aktuellen Unternehmenszahlen waren dies die andauernden Verwerfungen auf dem Öl- und Gasmarkt sowie die Sicherheit der Leitungsnetze vor Anschlägen.

Die Frage der Netzsicherheit hat in Thüringen seit dem Anschlag auf kritische Infrastruktur in Berlin zu Jahresbeginn eine neue Qualität erreicht. Was zuvor vielfach als abstraktes Risiko diskutiert wurde, ist nun fester Bestandteil unternehmerischer und politischer Risikoabwägungen. Gerade Energieversorger stehen dabei im Zentrum: Sie sichern nicht nur Versorgung, sondern zunehmend auch gesellschaftliche Stabilität.

Signal der Kontinuität

Vor diesem Hintergrund wirkt die Bilanz der TEAG für das Geschäftsjahr 2025 wie ein Signal der Kontinuität in unruhigen Zeiten. Trotz politischer Unsicherheiten und volatiler Energiemärkte bleibt das Unternehmen auf stabilem Kurs. Der Jahresüberschuss steigt leicht auf 79,6 Millionen Euro, die Dividende für die kommunalen Anteilseigner soll erneut auf hohem Niveau liegen. Gleichzeitig zeigt der Umsatzrückgang auf 2,8 Milliarden Euro – nach 3,2 Milliarden im Vorjahr –, wie stark Preisentwicklungen die Branche weiterhin prägen.

Es ist eine Entwicklung, die weniger auf operative Schwächen als vielmehr auf eine Normalisierung der Energiemärkte zurückzuführen ist. Nach den extremen Preisspitzen der vergangenen Jahre sorgen gesunkene Marktpreise, eine schwächelnde Industriekonjunktur sowie der wachsende Anteil dezentraler Eigenerzeugung für rückläufige Erlöse. Besonders im Stromsegment wird dies deutlich: Der Absatz sinkt spürbar, während gleichzeitig Effizienz und Eigenversorgung zunehmen.

Demgegenüber steht ein gegenläufiger Trend beim Erdgas. Ein kälterer Winter mit längerer Heizperiode lässt den Absatz um über elf Prozent steigen – ein klassischer, witterungsgetriebener Effekt, der die strukturellen Veränderungen im Energiesystem jedoch nicht überlagern kann.

Bemerkenswert bleibt die Investitionsstrategie: Mit 301 Millionen Euro hält die TEAG das Niveau auf hohem Stand. Mehr als die Hälfte fließt in den Ausbau von Strom- und Glasfasernetzen – also genau in jene Infrastruktur, die sowohl für die Energiewende als auch für die digitale Transformation entscheidend ist. Perspektivisch sind bis 2028 Investitionen von rund 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Das ist nicht weniger als ein klares Bekenntnis zum Standort Thüringen.

Dynamischer Ausbau der erneuerbaren Energien

Parallel dazu schreitet der Ausbau erneuerbarer Energien dynamisch voran. Rund 50.000 Anlagen speisen inzwischen Strom in die Netze ein – ein deutlicher Zuwachs innerhalb nur eines Jahres. Auffällig ist insbesondere der Boom bei Großspeichern, der die Systemarchitektur nachhaltig verändern dürfte. Die Energieversorgung wird damit nicht nur grüner, sondern auch komplexer.

Diese Komplexität hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheitsarchitektur. Der Berliner Anschlag hat das Bewusstsein für die Verwundbarkeit kritischer Infrastrukturen geschärft – auch bei der TEAG. Zusätzliche Investitionen in Technik, Notfallmanagement und Netzresilienz sind die Konsequenz. Gleichzeitig wird deutlich: Sicherheit ist im bestehenden Regulierungsrahmen bislang nur unzureichend abgebildet. Der Ruf nach politischer Flankierung wird lauter – ebenso wie die Forderung, sensible KRITIS-Informationen restriktiver zu behandeln.

Hinzu kommt ein geopolitisches Umfeld, das weiterhin für Unsicherheit sorgt. Die Auswirkungen des Iran-Konflikts zeigen sich auch auf den Energiemärkten. Zwar ist die direkte Versorgung Deutschlands kaum betroffen, doch globale Verwerfungen treiben die Preise – insbesondere beim Gas. Die Märkte reagieren sensibel, wenn auch weniger dramatisch als zu Beginn des Ukraine-Krieges. Diversifizierte Beschaffungsstrukturen und ein wachsender Anteil erneuerbarer Energien wirken stabilisierend.

Stabilität ist auch ein Stichwort mit Blick auf die Beschäftigung. Die TEAG baut ihre Belegschaft weiter aus und investiert gezielt in Fachkräfte. Bis 2028 sollen mehrere hundert neue Mitarbeiter eingestellt werden – vor allem im technischen Bereich. Angesichts der ambitionierten Infrastrukturprojekte ist das kein Luxus, sondern betriebliche Notwendigkeit.

Verlässlicher Partner für die Region

Für Thüringens Kommunen bleibt das Unternehmen ein verlässlicher Partner. Rund 400 Millionen Euro an regionaler Wertschöpfung – aus Steuern, Abgaben und Dividenden – unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung der TEAG über das Kerngeschäft hinaus.

Am Ende steht eine Erkenntnis, die über die Bilanzzahlen hinausweist: Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und Netzresilienz sind keine getrennten Kategorien mehr. Sie bedingen einander. Thüringen ist gut beraten, diesen Dreiklang als strategische Leitlinie zu verstehen. (tl)

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