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Transformation als Chance für Thüringen

Digitalisierung und Dekarbonisierung

Deutschland – und damit auch Thüringen – steht vor einem doppelten Wandel: Digitalisierung und Dekarbonisierung verändern Wirtschaft und Arbeitsmarkt grundlegend. Während diese Transformation die Wettbewerbsfähigkeit stärkt und beim Klimaschutz hilft, stellen die genannten Trends Unternehmen und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Das aktuelle Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) mahnt: Politik und Wirtschaft müssen jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Transformation stellen.
Transformation
Foto: © ipopba – stock.adobe.com​
Deutschland verliert im internationalen Vergleich bei Digitalisierungspatenten an Boden. Während sie bei Dekarbonisierungspatenten noch zur Spitzengruppe gezählt wird, hinkt die Bundesrepublik in digitalen Schlüsseltechnologien hinterher. Gerade für Thüringen, das sich als Innovationsstandort profilieren will, ist das ein Warnsignal: Es braucht gezielte Investitionen in Forschung, Entwicklung und digitale Infrastruktur, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Arbeitsmarkt im Wandel: Automatisierung und Klimaschutz als Treiber

Mehr als jeder dritte Arbeitsplatz in Deutschland ist laut EFI potenziell automatisierbar. Besonders betroffen sind Berufe im verarbeitenden Gewerbe, das auch in Thüringen eine wichtige Rolle spielt.

Gleichzeitig sind viele Jobs umweltschädlich und durch die Dekarbonisierung gefährdet. Die Folge: Es entstehen neue Berufsbilder, während andere verschwinden. Studien zeigen, dass die Digitalisierung zwar nicht zu einem massiven Beschäftigungsabbau führen wird, wohl aber zu tiefgreifenden strukturellen Verschiebungen.

Neue Chancen durch Innovation und Qualifizierung

Die wichtigste Ressource im Wandel sind qualifizierte Fachkräfte. Der Bedarf an IT- und Datenkompetenzen wächst rasant – doch der Fachkräftemangel bremst die Transformation. Bis 2040 könnten in Deutschland bis zu 663.000 IT-Fachkräfte fehlen. Für Thüringen bedeutet das: Bildung, Weiterbildung und Quereinstieg müssen gezielt gefördert werden. Die Mobilität der Beschäftigten – etwa durch Umschulungen und flexible Arbeitsmodelle – wird zum Schlüssel, um den Strukturwandel sozial abzufedern und neue Beschäftigung zu schaffen.

Effizienter Klimaschutz durch einheitlichen CO₂-Preis

Die EFI-Kommission fordert, den Klimaschutz effizienter zu gestalten – etwa durch einen sektorübergreifend einheitlichen CO₂-Preis. Das schafft Planungssicherheit für Unternehmen und setzt gezielte Anreize für Innovationen im Bereich grüner Technologien. Gerade für den Mittelstand in Thüringen eröffnet das Chancen, sich als Vorreiter für nachhaltige Geschäftsmodelle zu positionieren.

Politik muss Rahmenbedingungen schaffen

Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, braucht es laut EFI mutige politische Entscheidungen. Nach Ansicht der Experten sind dies:

  • Ausbau der digitalen Infrastruktur und Förderung von Datennutzung
  • Stärkere Unterstützung für Forschung und Entwicklung in digitalen & grünen Technologien
  • Förderung von Weiterbildung und Beschäftigungsmobilität, auch branchenübergreifend

Effiziente und einheitliche Klimaschutzinstrumente

Der Freistaat Thüringen kann vom Strukturwandel profitieren, wenn Innovation, Qualifizierung und nachhaltiges Wirtschaften konsequent gefördert werden, so das Fazit der Expertenkommission. Digitalisierung und Dekarbonisierung sind kein Risiko, sondern eine Chance – vorausgesetzt, Politik und Wirtschaft handeln jetzt entschlossen. (tl)

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