Lesedauer: 4 Minuten

Medienfrühstück Vol. 7

Corporate Influencing: Sichtbarkeit mit Haltung statt Hochglanz

Jessica Kalwitz und Stefanie Schirrmeister zeigten, wie Corporate Influencing gelingt – mit Vertrauen, Kultur und klaren Leitplanken.

Menschen folgen Menschen – nicht Logos. Diese Erkenntnis stand im Mittelpunkt des 7. Medienfrühstücks des WIRTSCHAFTSSPIEGELS, das erneut in der Filmkantine Wöpke in Erfurt stattfand.

Gemeinsam mit Jessica Kalwitz und Stefanie Schirrmeister von Ibykus widmeten wir uns einer Frage, die viele Unternehmen derzeit beschäftigt:
Wie baut man ein Corporate-Influencer-Programm auf, das nicht wie Marketing wirkt, sondern wie gelebte Unternehmenskultur?

Von der Idee zum Programm

Was mit ersten Gesprächen und Informationsrunden vor rund 300 Mitarbeitenden begann, ist heute ein Programm mit 22 aktiven Corporate Influencern. Der Weg dorthin war kein durchgetakteter Masterplan, sondern ein Lernprozess.

„Unsere erste Zutat war kein Masterplan, sondern Motivation. Wir wollten Lust auf Sichtbarkeit machen – nicht Druck“, erklärte Jessica Kalwitz.

Statt Freigabeprozessen und Posting-Vorgaben setzte Ibykus auf Workshops, Austauschformate und individuelle Themenfindung. Die zentrale Frage lautete dabei nicht: Was sollen unsere Mitarbeitenden posten?
Sondern: Wofür stehen sie selbst?

Denn Corporate Influencing beginnt mit dem eigenen Themenraum:
Was bewegt mich im Arbeitsalltag?
Wo kann ich fachlich Haltung zeigen?
Und wie bringe ich Persönlichkeit ein, ohne privat zu werden?

Kultur statt Kampagne

Im Verlauf des Vormittags wurde deutlich: Corporate Influencing ist kein isoliertes Marketinginstrument.

„Corporate Influencing ist kein Marketing-Tool, sondern Teil der Unternehmenskultur“, betonte Stefanie Schirrmeister. „Man muss bereit sein, Kontrolle abzugeben – und Vertrauen zu schenken.“

Foto: Stephanie Mann

Wissensimpuls beim Medienfrühstück in des Wirtschaftsspiegels in Erfurt: KI Prompting mit Philipp Jauernig-Biener

Diese Haltung erfordert klare Rahmenbedingungen: Social-Media-Guidelines, transparente Vereinbarungen und regelmäßige Austauschformate. Gleichzeitig verzichtet Ibykus bewusst auf Vorab-Freigaben einzelner Posts.

„Wir lesen keine Beiträge vor Veröffentlichung“, so Jessica. „Unsere Leute wissen, was sie tun – und sie tun es mit Haltung.“

Zwischen Freiraum und Verantwortung

Besonders wertvoll waren die konkreten Beispiele aus verschiedenen Branchen: von automatisierten Nebenkostenabrechnungen in der Wohnungswirtschaft bis zu KI-gestütztem Content im Marketing. Auch rechtliche und datenschutzrelevante Fragen wurden offen diskutiert. Heikos Empfehlung, sensible Daten nur über lokal installierte KI-Systeme zu verarbeiten, stieß auf großes Interesse.

Ein Fazit mit Haltung

Der Impuls mündete schnell in einen intensiven Dialog mit den Teilnehmenden. Besonders diskutiert wurden Fragen wie:

Wie viel Freiraum ist sinnvoll?
Braucht es Bonusprogramme oder reicht Wertschätzung?
Was passiert, wenn ein Beitrag aneckt?
Und wie ermutigt man Mitarbeitende, die keine „Rampensau“ sind?

Ein Satz blieb dabei besonders präsent:

„Sichtbarkeit ist keine Eitelkeit, sondern Wertschätzung.“

Diese Perspektive verschiebt den Fokus. Es geht nicht um Selbstdarstellung, sondern um Anerkennung von Expertise – und um die Sichtbarmachung von Unternehmenskultur nach außen.

Reichweite ist ein Effekt – nicht das Ziel

Praxisbeispiele zeigten, dass Beiträge von Mitarbeitenden häufig deutlich höhere Reichweiten erzielen als Unternehmensposts. Doch Reichweite war nicht das zentrale Argument. Im Kern geht es um Glaubwürdigkeit, Identifikation und Dialogfähigkeit. Unternehmen, die Corporate Influencing ernst nehmen, investieren nicht in Likes, sondern in Vertrauen.

Das Medienfrühstück machte deutlich: Corporate Influencing funktioniert nur dort, wo Vertrauen, Kommunikation und Kultur zusammenkommen.

Es geht nicht um perfekte Posts, sondern um echte Perspektiven, mutige Stimmen und ehrliche Geschichten aus dem Unternehmensalltag. Der offene und vertrauensvolle Rahmen des Vormittags zeigte einmal mehr, wie wichtig der Austausch über Erfahrungen, Unsicherheiten und konkrete Umsetzungsschritte ist.

Corporate Influencing ist kein kurzfristiger Trend – sondern eine strategische Entscheidung für Sichtbarkeit mit Haltung. Und genau solche Gespräche helfen dabei, aus einer Idee gelebte Praxis zu machen.

Im Kern geht es um Glaubwürdigkeit, Identifikation und Dialogfähigkeit. Unternehmen, die Corporate Influencing ernst nehmen, investieren nicht in Likes, sondern in Vertrauen.

Likes & Qualität – das Influencer-Duo

Jessica Kalbitz ist Content- & PR-Managerin bei der IBYKUS AG und fühlt sich in der Social-Media-Welt zuhause wie andere auf ihrem Sofa. Ob Strategie, Storytelling oder Corporate Influencer Programm – sie sorgt dafür, dass Menschen statt Logos glänzen.

Das ist Stefanie – Führungskraft bei IBYKUS und Corporate Influencerin. Beim Medienfrühstück erzählt sie von ihrem Weg: Wie sie als Corporate Influencerin gestartet ist, welche Themen und Struggles sie begleiten – und was ihr geholfen hat, sichtbar zu werden. Authentisch und nahbar teilt sie ihre Learnings und zeigt, wie Mitarbeitende Schritt für Schritt zu echten Markenbotschafter:innen werden können.

Drei starke Persönlichkeiten im Rampenlicht: IHK Südthüringen kürt die TOP-Ausbilder 2025

Drei starke Persönlichkeiten im Rampenlicht IHK Südthüringen kürt die TOP-Ausbilder 2025Wenn es um die Zukunft der regionalen Wirtschaft geht, rückt ein Thema unweigerlich in den...

Innovationspreis Thüringen 2025: Leistungsschau des Innovationslandes Thüringen

Innovationspreis Thüringen 2025:  Leistungsschau des Innovationslandes ThüringenAlle Preisträger diesjährigen Innovationspreises 2025. | Foto: STIFT/Thomas MüllerAm 26. November ist der...

ThEx Award 2025 verliehen: Thüringen würdigt seine aktive und innovative Gründerszene

ThEx AWARD: Thüringer Gründungspreis 2025 verliehen Thüringen würdigt seine aktive und innovative GründerszeneAm Abend ist der diesjährige ThEx Award verliehen worden. Einmal mehr hat sich...

Verleihung des Zukunftspreises 2025: Ausgezeichnete Ideen für morgen

Ausgezeichnete Ideen für morgen Verleihung des Zukunftspreises 2025Eingereicht, präsentiert, ausgezeichnet: Die Sieger des diesjährigen Zukunftspreises der IHK Erfurt und der HWK Erfurt...

Internationale Fachkräfte für regionale Firmen

Internationale Fachkräfte für regionale Firmen IHK Erfurt und Landkreis Nordhausen besiegeln PartnerschaftIn Zeiten des Arbeitskräftemangels zählt jeder Schritt, der Unternehmen den Zugang...

Chancengerechtigkeit als strategischer Erfolgsfaktor

Chancengerechtigkeit als strategischer Erfolgsfaktor LEG erneut vom Nachhaltigkeitsabkommen Thüringen (NAT) ausgezeichnetHitzesommer, langanhaltende Dürreperioden, Starkregen oder...

ACOD Kongress 2025

18. ACOD Kongress 2025 „Zukunft der Automobilindustrie in turbulenten Zeiten gemeinsam gestalten“Inmitten geopolitischer Unsicherheiten, technologischer Disruptionen und wachsender...

W3+ Fair Jena am 24. und 25.09.2025

W3+ Fair Jena am 24. und 25.09.2025Im vergangenen Jahr erwies sich die Hightech- und Netzwerkmesse W3+ Fair in Jena als Magnet für die Hightech-Branchen Photonik, Optik, Elektronik,...

Interessenvertretung und Impulsgeber

Interessenvertretung und Impulsgeber Bauindustrieverband Hessen-ThüringenDas Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) in Weimar ist neues Mitglied im Bauindustrieverband...

Zehn Jahre Investor Days Thüringen

Zehn Jahre Investor Days Thüringen: Ein Innovationsfestival mit internationalem FlairDie Investor Days Thüringen (IDT) feierten in diesem Jahr ihre zehnte Ausgabe – und das mit einem...
Share This