Lesedauer: 2 Minuten

5. Mitteldeutscher Wasserstoffkongress zeigt klare Fortschritte

Wasserstoffwirtschaft im Realitätscheck

Halle an der Saale war im August mehr als nur ein Tagungsort – die Stadt wurde zum Schaufenster der mitteldeutschen Wasserstoffwirtschaft. Über 450 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung folgten der Einladung der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland und des HYPOS e.V. zum nunmehr fünften Mitteldeutschen Wasserstoffkongress.

Foto: Tom Schulze

Das Treffen machte eines deutlich: Der Weg zum grünen Wasserstoff als tragende Säule der Energiewende bleibt anspruchsvoll – und doch geht es sichtbar voran. Mit jedem Projekt, das gestartet oder weitergeführt wird, rückt die Vision einer funktionierenden Wasserstoffökonomie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ein Stück näher.

„Der Markthochlauf von grünem Wasserstoff bleibt herausfordernd. Doch die Fortschritte beim Aufbau des Kernnetzes und das große Engagement der regionalen Akteure zeigen, welches Potenzial in Mitteldeutschland steckt“, betonte Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, in seiner Eröffnungsrede. Ähnlich bewertete Axel Klug, Geschäftsführer von HYPOS e.V., die Situation: „Ohne verlässliche Rahmenbedingungen durch Politik und Verwaltung wird es keine Investitionssicherheit geben. Aber gerade die Dynamik in Mitteldeutschland zeigt, wie sehr wirtschaftliches Engagement, technologische Innovation und politischer Rückhalt ineinandergreifen müssen.“

Die politische Bedeutung des Themas spiegelte sich gleich zum Auftakt wider. Vertreter der Wirtschafts- und Energieministerien aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen diskutierten gemeinsam mit der Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland e.V. über die Frage, wie sich die Region als Wasserstoffstandort behaupten kann. Förderprogramme, der Stand der Landesstrategien und der Ausbau konkreter Infrastrukturprojekte standen dabei im Fokus.

Über 30 Expertinnen und Experten stellten in thematischen Sessions den aktuellen Stand der Entwicklungen vor – von der Befüllung des Wasserstoff-Kernnetzes über regionale Erzeugungsanlagen bis hin zu Speicherlösungen und Anwendungen in Industrie und Mobilität. Zahlreiche Leuchtturmprojekte zeigten, dass die Theorie zunehmend in die Praxis übergeht.

Ein weiteres Highlight: die Veröffentlichung der fünften Auflage des Mitteldeutschen Wasserstoffatlas. Auf rund 90 Seiten werden über 70 Projekte aus Infrastruktur, Wertschöpfung, Forschung und Weiterbildung vorgestellt – ein umfassender Überblick, der den Fortschritt der Region greifbar macht.

Mitteldeutschland als Impulsgeber

Was bleibt also nach dem Kongress? Mitteldeutschland ist längst mehr als ein ambitionierter Mitläufer im nationalen Wasserstoffdiskurs. Die Region ist auf dem Weg, sich als Impulsgeber für ganz Deutschland zu etablieren – vorausgesetzt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ziehen weiterhin an einem Strang.

Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Die Wasserstoffwirtschaft ist kein fernes Zukunftsprojekt mehr, sondern nimmt im Hier und Jetzt Gestalt an.

Nordthüringen regenerativ

„Nordthüringen regenerativ“ Mit klarer Haltung in die EnergiezukunftNordthüringen macht ernst. Wer in diesen Tagen auf die drei Landkreise zwischen Unstrut, Kyffhäuser und Südharz schaut,...

Energiestraßen in Thüringen

Energiestraßen in Thüringen Wo Autobahn und Bahnlinie zu Solarachsen werden könntenThüringen verfügt entlang seiner Autobahnen und Bahnstrecken über ein bislang weitgehend ungehobenes...

Wasserstoff in der Wärmewende

Wasserstoff in der Wärmewende Zwischen Zukunftsversprechen und RealitätssinnWer heute über kommunale Wärmeplanung spricht, kommt an Wasserstoff kaum vorbei. Doch welche Rolle kann das viel...

EVN und Buderus: Gemeinsam die Wärmewende gestalten

EVN und Buderus Gemeinsam die Wärmewende gestalten Die Transformation der Energieversorgung fordert Stadtwerke und Energieversorger gleichermaßen heraus. Neben dem Umbau technischer...

Wärmewende in Thüringen: Zwei Projekte, die beispielhaft sein können

Zwei Projekte, die beispielhaft sein können Wärmewende in ThüringenDie Wärmewende – oft politisch belastet, abstrakt, technisch und schwer greifbar – bekommt in Thüringen derzeit ein sehr...

Zwischen Zukunftsversprechen und Realitätssinn: Wasserstoff in der Wärmewende

Zwischen Zukunftsversprechen und Realitätssinn Wasserstoff in der WärmewendeWer heute über kommunale Wärmeplanung spricht, kommt an Wasserstoff kaum vorbei. Doch welche Rolle kann das viel...

Siemens Energy: Technische Meisterwerke aus Thüringen

Siemens EnergyTechnische Meisterwerke aus ThüringenSiemens Energy zählt zu den weltweit führenden Unternehmen der Energietechnologie. Mit einem breiten Portfolio von konventionellen und...

MAXX SOLAR & ENERGIE: Ein eigenes Kraftwerk nach dem Zähler reduziert Energiekosten

MAXX SOLAR & ENERGIE GmbH & Co. KGEin eigenes Kraftwerk nach dem Zähler reduziert EnergiekostenWirtschaft und Verbraucher klagen schon lange über hohe Energiepreise. Die Politik...

TH2ECO – So treibt Thüringen die Wasserstoffrevolution voran

Thüringen treibt die Wasserstoffrevolution voran TH2ECO – ein regionales Projekt mit großer WirkungDas Projekt TH2ECO hat sich seit seinem Start im Jahr 2021 zu einem zentralen Baustein...

TU Ilmenau: Sonnenenergie zur Herstellung von Wasserstoff

Hochleistungsbauelemente für die solare Wasserstoffgewinnung Ein innovativer Ansatz aus IlmenauDie Technische Universität Ilmenau (TU Ilmenau) spielt eine zentrale Rolle bei der...
Share This