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HERMES: TU Ilmenau entwickelt mobilen Roboter für automatisierte Warenerfassung

Projekt „HERMES“ vereint Robotik und RFID-Technologie – Land fördert mit rund einer Million Euro

Ein Roboter, der Lager in Echtzeit vermisst und Waren exakt lokalisiert: Mit dem Projekt HERMES entwickeln die TU Ilmenau und das Ilmenauer Unternehmen MetraLabs eine neue Generation der automatisierten Bestandserfassung – gefördert vom Land Thüringen mit rund einer Million Euro.

Symbolbild. Foto: Tiravad – Adobe Stock

3D-Erfassung statt manueller Inventur

Wenn aus Forschung marktfähige Lösungen werden, ist das für Thüringen mehr als ein akademischer Erfolg – es ist Standortpolitik in ihrer wirksamsten Form. Genau hier setzt das neue Projekt HERMES an, das die Technische Universität Ilmenau gemeinsam mit dem Ilmenauer Robotikunternehmen MetraLabs startet. Gefördert mit rund einer Million Euro durch das Land, zielt das Vorhaben auf eine Schlüsseltechnologie für Industrie und Handel: die präzise, automatisierte Erfassung von Warenbeständen.

Im Kern geht es um einen mobilen Roboter, der nicht nur autonom navigiert, sondern seine Umgebung als dreidimensionales Modell erfasst und Objekte darin hochgenau lokalisiert. Was zunächst nach einem weiteren Schritt in Richtung Automatisierung klingt, hat in der Praxis erhebliches Potenzial: Inventuren in Lagerhallen, Bestandskontrollen im Einzelhandel oder das Auffinden von Bauteilen in der Produktion könnten künftig ohne manuelle Eingriffe erfolgen – schneller, zuverlässiger und skalierbar.

Neuartiger RFID-Funkerkenner als technologischer Kern

Technologisch entscheidend ist dabei ein neuartiger RFID-Funkerkenner. Während herkömmliche Systeme lediglich registrieren, ob ein Tag vorhanden ist, kombiniert HERMES Mehrkanalempfang mit intelligenter Signalverarbeitung. Das Ergebnis ist eine präzise räumliche Zuordnung von Objekten. Möglich wird dies durch Datenfusion: Sensorik und Funkdaten verschmelzen zu einem konsistenten Lagebild.

Bemerkenswert ist zudem der systemische Ansatz. Der Roboter kalibriert sich im laufenden Betrieb selbst – ein Detail, das im industriellen Alltag über Wirtschaftlichkeit entscheidet. Wartungsaufwände sinken, Stillstandszeiten ebenso.

Thüringen als Entwicklungsstandort für Automatisierungstechnologie

HERMES steht damit exemplarisch für die nächste Evolutionsstufe der Automatisierung: weg von isolierten Lösungen, hin zu lernfähigen, adaptiven Systemen. Für Thüringen eröffnet sich die Chance, sich in einem wettbewerbsintensiven Feld als Entwicklungsstandort zu profilieren – vorausgesetzt, Forschung und Mittelstand bleiben so eng verzahnt wie in diesem Projekt. (tl)

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