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Thüringer Unternehmen sondieren Sicherheits- und Verteidigungsmarkt

2. Thüringer Forum für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie

Deutschlands Verteidigungsausgaben steigen. 100 Milliarden Euro plant die Bundesregierung allein für dieses Jahr, ein weiterer Anstieg auf etwa 152 Milliarden Euro wird erwartet. Das 2. Thüringer Forum für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie brachte am Mittwoch, 10. Juni, über 300 Teilnehmende aus Wirtschaft, Forschung, der Bundeswehr sowie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie am Erfurter Messegelände zusammen. Im Fokus stand dabei die Kooperations- und Zulieferpotenziale für den Thüringer Mittelstand zu sondieren.

Mehr als 300 Teilnehmende aus Wirtschaft und Forschung kamen zum 2. Forum für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie nach Erfurt. | Fotos: Juliane Keith

Hohe Anforderungen für Zulieferer und Partnerunternehmen

Das Forum lieferte eine Einordnung der sicherheitspolitischen Lage durch Vertreter der Landesverteidigung, verbunden mit konkreten Bedarfen und Informationen zu regulatorischen Rahmenbedingungen.

Wer Produkte oder Komponenten für den Verteidigungsbereich liefern will, stößt auf ein dichtes Anforderungsgeflecht. Eine Zertifizierung nach EN/ISO 9001 ist Grundvoraussetzung. Wer in Luft- und Raumfahrtanwendungen liefern will, braucht EN 9100, für NATO-nahe Projekte gelten die AQAP-Standards.

Hinzu kommen Produktklassifizierung, Compliance-Anforderungen und, sobald sensible Entwicklungsunterlagen oder Daten im Spiel sind, häufig eine Zertifizierung nach ISO/IEC 27001. Cybersicherheitsanforderungen, Sicherheitsfreigaben und der Umgang mit Verschlusssachen sind Zugangsvoraussetzungen. 

Unternehmen müssen mit Gegenwicht rechnen

Neben den regulatorischen Anforderungen stellt sich für viele Unternehmen eine weitere Frage: Welche Haltung nimmt mein Unternehmen ein? Wer Verteidigungsaufträge akquiriert, muss das intern gegenüber der Belegschaft kommunizieren und extern gegenüber Kunden, Partnern und Öffentlichkeit vertreten.

Ein möglicher Gegenwind muss hierbei mitgedacht werden. Auch heute zum Forum gab es eine Protestaktion der Partei BSW vor den Hallen der Messe Erfurt.   

Neues Defense-Netzwerk soll Kooperationen stärken

Unabhängig davon steht jedes Unternehmen vor einer konkreten Personalfrage: Wenn Reservisten aus dem Team in den aktiven Dienst einberufen werden, hat das Auswirkungen auf Produktion und Betrieb. Dasselbe gilt für Einsätze im Ehrenamt, etwa bei der freiwilligen Feuerwehr oder dem DRK.

Mehr als 300 Teilnehmende, 35 Aussteller, darunter acht Start-ups, die ihre Ideen pitchten und viele Kooperationsimpulse sind das Ergebnis des Tages. Zum Abschluss stellte Dr. Thomas Rücker, Geschäftsführer der Ipol GmbH aus Ilmenau, ein neu gegründetes Defense-Netzwerk vor, das Initiativen und Kooperationen in Thüringen bündeln soll.

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