Lesedauer: 2 Minuten
„Nordthüringen regenerativ“
Mit klarer Haltung in die Energiezukunft
Nordthüringen macht ernst. Wer in diesen Tagen auf die drei Landkreise zwischen Unstrut, Kyffhäuser und Südharz schaut, erkennt: Die Region will ihre Energiezukunft nicht einfach erwarten – sie nimmt sie selbst in die Hand. Über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten den Einladungen zu den Auftaktveranstaltungen des neuen Gemeinschaftsprojekts „Nordthüringen regenerativ“ und füllten die Säle in Mühlhausen, Sondershausen und Nordhausen mit spürbarer Aufbruchstimmung.
Workshop im Landkreis Nordhausen| Foto: ThEEN e.V.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist längst kein abstraktes Zukunftsthema mehr, sondern gelebte Realität. Doch wie lässt sich dieser Wandel so gestalten, dass Wertschöpfung, Akzeptanz und regionale Verantwortung zusammenkommen? Genau hier setzt das Projekt an: Gemeinsam soll ein strategisches Regionalentwicklungskonzept entstehen, das nicht nur Potenziale sichtbar macht, sondern konkrete Wege zeigt, wie Energie künftig regional erzeugt, gespeichert und genutzt werden kann – zum Nutzen von Unternehmen, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürgern.
Breites Interesse
Dass dieser Prozess breit getragen wird, zeigte sich gleich zum Auftakt. Nach den begrüßenden Worten der Landräte präsentierte die Hochschule Nordhausen erste Ergebnisse aus Potenzial- und Bedarfsanalysen, die sie gemeinsam mit dem Fraunhofer IOSB-AST erstellt hat. Die Zahlen verdeutlichen, wie groß die Chancen in allen drei Landkreisen sind – und wie sinnvoll es ist, diese gemeinsam zu denken.
Besonders wertvoll erwiesen sich die anschließenden Gruppendiskussionen. Dort trafen Unternehmerinnen, Energieexpertinnen, kommunale Vertreter sowie Engagierte aus Vereinen und Initiativen aufeinander. Rasch zeigte sich, dass allein der Austausch neue Synergien freilegt. Viele Ideen für mögliche Pilotregionen und konkrete Projekte liegen bereits auf dem Tisch – nun gilt es, sie weiter zu schärfen.
Dialog wird fortgeführt
In den kommenden Monaten wird der Dialog fortgeführt: Workshops, Befragungen und themenspezifische Gespräche sollen das Konzept mit Leben füllen. Am Ende, im Oktober 2026, soll ein wissenschaftlich fundiertes und zugleich praxisnahes Instrument stehen, das Nordthüringen fit für die Herausforderungen der Energiewende macht – und die Region unabhängiger sowie widerstandsfähiger werden lässt.
Wer den Prozess begleiten oder sich aktiv einbringen möchte, findet Informationen und Termine unter nt-regenerativ.de. Das Vorhaben wird im Rahmen des Bundesprogramms RegioStrat gefördert – als eine von nur 13 Regionen bundesweit. Ein klarer Auftrag also: Nordthüringen soll zeigen, wie regionale Energiewende gelingt. (tl)
