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Projekt WORT Nord
Nordhausen schreibt an seiner Zukunft
Wenn im Norden Thüringens über Fachkräftesicherung gesprochen wird, fällt immer häufiger ein Name: Hochschule Nordhausen. Mit dem Projekt „WORT Nord – Weltoffene Region Thüringens: Talente binden, Zukunft sichern“ setzt sie ein deutliches Signal, dass der Kampf um Köpfe und Herzen nicht nur in den Metropolen entschieden wird, sondern auch in einer Region, die ihre Zukunft aktiv gestalten will.
Leiten das WORT Nord Projekt: (v.l.) Prof. Dr. Maik Arnold, Prof. Dr. Cordula Borbe und Prof. Dr.-Ing. Sebastian Voßwinckel | Foto: HSN
Bereits am 1. November 2025 ist WORT Nord offiziell gestartet, der Bewilligungsbescheid des Thüringer Landesverwaltungsamts folgte im Dezember – verbunden mit einer Förderung von gut zwei Millionen Euro bis einschließlich Oktober 2028. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus und der Fachkräfte- und Weiterbildungsrichtlinie des Freistaats, der damit klar macht, dass Nordthüringen als Arbeits- und Lebensraum strategisch gestärkt werden soll.
Die Hochschule Nordhausen fungiert als Antragstellerin und Ankerinstitution des Projekts. In der Entwicklung und Umsetzung arbeitet sie eng mit dem Verein interculture.de e. V. aus Jena zusammen, einem erfahrenen Partner für interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung – eine Kooperation, die Praxisnähe und wissenschaftliche Expertise bündelt.
Welche Zielstellung verfolgt das Projekt?
Im Kern verfolgt WORT Nord eine klare wirtschaftliche Zielsetzung: Nordthüringen soll als zukunftsfähiger, weltoffener Lebens-, Lern- und Arbeitsraum sichtbarer und attraktiver werden.
Im Fokus steht die Bindung junger Hochschulabsolventinnen und -absolventen, insbesondere internationaler Studierender, die als dringend benötigte Fachkräfte für Unternehmen der Region gewonnen und gehalten werden sollen.
Leitfrage des Projekts ist, was Hochschule, regionale Wirtschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft konkret tun müssen, damit internationale Studierende und junge Fachkräfte den Einstieg in den regionalen Arbeitsmarkt finden – und sich langfristig für ein Leben in Nordthüringen entscheiden.
Damit adressiert WORT Nord unmittelbar demografischen Wandel, Transformationsdruck und den zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte.
Welche Schwerpunkte setzt das Projekt?
WORT Nord verknüpft Fachkräftesicherung mit einer sichtbaren Willkommens- und Anerkennungskultur. Neben der Förderung arbeitsmarktrelevanter und zukunftsorientierter Kompetenzen setzt das Projekt auf Vernetzung, Austauschformate und soziale Teilhabe – mit dem Ziel, eine Region zu formen, in der Ankommen und Bleiben leichter fallen.
Für die Hochschule Nordhausen sind drei Bausteine besonders wichtig: der Aufbau eines International & Dual Career Service als Ergänzung und Ausbau bestehender Strukturen, die Etablierung einer Interkulturellen Akademie als Kompetenzzentrum für Qualifizierung, Teilhabe und Öffnung sowie der strategische Ausbau der Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen in der Fachkräftebindung.
So wird aus einzelnen Maßnahmen nach und nach ein regionales Ökosystem für Talente.
Wer profitiert von WORT Nord?
Die Zielgruppen sind klar definiert – und wirtschaftlich relevant. Im Zentrum stehen internationale Studierende, Absolventinnen, Absolventen und Nachwuchskräfte, die beim Übergang vom Studium in den regionalen Arbeitsmarkt qualifiziert, begleitet und stärker in das Hochschul- und Stadtleben eingebunden werden.
Gleichzeitig adressiert WORT Nord Unternehmen und Institutionen, vor allem kleine und mittlere Betriebe, die Unterstützung bei Gewinnung, Integration und Bindung internationaler Fachkräfte erhalten. Hochschulangehörige werden für interkulturelle Öffnung und die Vermittlung von Zukunftskompetenzen sensibilisiert und vernetzt. Ergänzend wird die Stadtgesellschaft einbezogen – Vereine, Initiativen, Ehrenamtliche sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger werden in Willkommens- und Beteiligungsformate eingebunden, um eine Breitenwirkung zu erzielen.
Kann das Projekt eine Blaupause sein?
WORT Nord baut nicht bei null auf. Das Projekt knüpft an die Erfahrungen des WORT-Projekts an der Hochschule Schmalkalden an, das von 2022 bis 2025 in Südthüringen als Motor für Fachkräftebindung und regionale Willkommenskultur fungierte. Die Nordhäuser Variante übernimmt bewährte, praxisnahe Konzepte, entwickelt sie regional weiter und schafft neue, passfähige Angebote für Nordthüringen.
Damit positioniert sich die Hochschule Nordhausen als Impulsgeberin weit über den Campus hinaus. Sie wird zur Schnittstelle zwischen Talenten, Unternehmen und Zivilgesellschaft – und zeigt, dass Fachkräftesicherung mehr ist als eine Kennzahl in Statistiken: Sie ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die darüber entscheidet, ob eine Region ihre wirtschaftliche Zukunft selbst in der Hand behält. (tl)
