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Hochschule Schmalkalden (HSM)
Tough times, tougher ladies and guys
Wie der Werkzeugbau mit aktuellen Herausforderungen umgeht
Der Werkzeugbau umfasst die Entwicklung, Fertigung und Nutzung hochpräziser Werkzeuge und bildet eine zentrale Grundlage moderner Industrie. Trotz seiner oft unsichtbaren Rolle trägt er maßgeblich zur Herstellung von Alltagsprodukten, Mobilitätslösungen sowie Technologien in Mikroelektronik und Raumfahrt bei. Aktuelle Krisen gehen jedoch auch an dieser Branche nicht spurlos vorbei.
Ein wichtiger Treffpunkt zum Austausch über Entwicklungen und Herausforderungen ist die Schmalkalder Werkzeugtagung, organisiert von GFE, Hochschule Schmalkalden und VDMA. Unter dem Motto „Ressourceneffiziente und wirtschaftliche Werkzeugentwicklung, -fertigung und -nutzung“ lag der diesjährige Fokus auf der Verbindung von Nachhaltigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit der Branche.
Rohstoffknappheit und regulatorische Hürden
Zu den größten Herausforderungen zählt derzeit die Rohstoffverfügbarkeit. Materialien wie Wolfram, essenziell für Hartmetallwerkzeuge, sind knapp und teuer geworden. Ursachen sind unter anderem Exportbeschränkungen und verstärkte Nachfrage aus China. Selbst Recyclingmaterialien wie Schrott werden zunehmend vom europäischen Markt abgezogen. Die Branche reagiert darauf mit verstärkter Sicherung eigener Rohstoffquellen und einem Ausbau von Recyclingstrategien. Ziel ist es, Ressourcen effizienter zu nutzen und Kreisläufe zu schließen.
Neben Rohstoffproblemen belasten auch bürokratische Anforderungen die Unternehmen. Komplexe nationale und europäische Vorschriften erschweren insbesondere den Import von Materialien. Gleichzeitig fehlt es häufig an langfristiger Planungssicherheit seitens der Politik, was Investitionen und Transformationsprozesse erschwert. Forschung und Entwicklung werden daher zunehmend als Mittel genutzt, mit regulatorischen Einschränkungen umzugehen. Ein Beispiel ist das Verbot von Blei in Werkstoffen: Da Blei die Spanbildung beim Fräsen verbessert, müssen alternative Lösungen gefunden werden, etwa durch angepasste Werkzeuggeometrien oder neue Legierungen.
Effizienz und Nachhaltigkeit als Innovationsmotor
Effizienz und Nachhaltigkeit gehen im Werkzeugbau zunehmend Hand in Hand. Moderne Ansätze wie simulationsbasierte Werkzeugentwicklung ermöglichen es, Verschleiß präzise vorherzusagen und die Lebensdauer von Werkzeugen zu maximieren. Dabei werden physikalische Modelle mit datengetriebenen Methoden kombiniert, um optimale Einsatzzeitpunkte zu bestimmen. Dies reduziert Material- und Energieverbrauch.
Ein weiterer Ansatz ist die modulare Bauweise von Werkzeugen. Verschleißteile können gezielt ersetzt werden, anstatt komplette Werkzeuge auszutauschen. Bereits im Designprozess wird darauf geachtet, nachhaltige Nutzungskonzepte umzusetzen, orientiert an den Prinzipien „Reduce, Reuse, Recycle“.
Auch Künstliche Intelligenz spielt eine wachsende Rolle, insbesondere bei der Analyse von Prozessdaten und der Optimierung von Fertigungsabläufen. Allerdings befindet sich die Branche noch in der Erprobungsphase, um geeignete Einsatzmöglichkeiten zu identifizieren.
Hightech-Anwendungen und Fachkräftebedarf
Innovative Anwendungen zeigen sich insbesondere in spezialisierten Bereichen: Unternehmen wie Spaceoptix entwickeln hochpräzise Metalloptiken für Satellitenkommunikation, während die Vacom GmbH auf Vakuumtechnologie und hochreine Komponenten für Forschung und Halbleiterindustrie spezialisiert ist. Gerade Technologien wie die EUV-Lithografie stellen höchste Anforderungen an Fertigungsprozesse und Oberflächenreinheit.
Die Umsetzung solcher Spitzentechnologien erfordert qualifizierte Fachkräfte. Neben der Industrie tragen Hochschulen eine zentrale Verantwortung für die Ausbildung. Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis, wie etwa Tandemprofessuren, ermöglichen einen effektiven Wissenstransfer und stärken die Innovationsfähigkeit der Branche.
Insgesamt zeigt sich: Der Werkzeugbau steht unter Druck, begegnet den Herausforderungen jedoch mit Innovationskraft, Anpassungsfähigkeit und einem klaren Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit.
Mehr erfahren Sie hier: www.hereingeforscht.de
Aktuelle Forschungsvorhaben
PolyVeTex
Polymere Verbindungstechnik für Smart-Textile-Komponenten
Projektleiter: Prof. Stefan Roth (Fakultät Maschinenbau)
Stellenangebote
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- 19.05.2026 | 10:00 Uhr – 16:00 Uhr
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Karrieremesse - 20.–21.05.2026 | Campus
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Forschungssemesterberichte
Prof. Dr. Hüschelrath
(Fakultät Wirtschaftswissenschaften)
Prof. Dr. Löser
(Fakultät Maschinenbau)
Throwback
mit.Deutsch.machen: Jahrestagung der FaDaF
Die 51. Jahrestagung des Fachverbandes Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (FaDaF) wurde an der HSM ausgerichtet.
Unter dem Motto „mit.Deutsch.machen“ kamen mehr als 200 Teilnehmende aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (DaF/DaZ) zu diskutieren. Die Tagung versteht sich als Plattform für Austausch und Vernetzung zwischen Lehrenden, Forschenden, Studierenden und weiteren Fachakteuren.
In der Eröffnung wurde die zentrale Bedeutung von Sprache für Integration und gesellschaftliche Teilhabe hervorgehoben. Inhaltlich widmete sich die Tagung Themen wie rassismuskritische Perspektiven, Bildungssprache, interdisziplinäre Grammatik und internationale Studiengänge.
Insgesamt präsentierte sich die Tagung als Impulsgeber für zukünftige Entwicklungen und unterstreicht die wachsende gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Organisiert wurde sie von Dr. Paul Voerkel und seinem Team, die aktuelle Forschungsergebnisse gezielt in die Praxis und Lehre integrieren möchten.

