Lesedauer: 3 Minuten

Unterstützung der Thüringer Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität

Dekarbonisierung als Wachstumsmotor

Die Dekarbonisierung – also die Reduktion von CO₂-Emissionen – ist eine der zentralen Herausforderungen und zugleich eine große Chance für die Thüringer Wirtschaft. Die Umstellung auf klimafreundliche Produktionsweisen und der Ausbau erneuerbarer Energien sind nicht nur aus ökologischer Sicht geboten, sondern eröffnen auch neue Wachstumspotenziale und sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Thüringen.

Foto: © Creative Habits – stock.adobe.com (KI)​

Der Wandel hin zu einer treibhausgasarmen Wirtschaft ist mit tiefgreifenden Veränderungen verbunden. Für viele Unternehmen, insbesondere im energie- und materialintensiven Mittelstand, bedeutet dies die Notwendigkeit, bestehende Prozesse zu überdenken und neue Technologien zu implementieren. Gezielte Investitionen in Energieeffizienz, Materialeinsparung und erneuerbare Energien können nicht nur Kosten senken, sondern auch neue Marktchancen erschließen – vorwiegend im Bereich „grüner“ Produkte und Dienstleistungen.

Gleichzeitig zeigen Szenarioanalysen, dass die wirtschaftliche Entwicklung Thüringens maßgeblich davon abhängt, wie erfolgreich die Dekarbonisierung gemanagt wird. Es gibt Branchen, wie beispielsweise die Grundstoffindustrie, Zementindustrie und die Chemieindustrie, die oftmals prozessbedingte CO₂-Emissionen haben und ihre Produktionsprozesse viel tiefgreifender ändern müssen. Andere Branchen, vor allem das verarbeitende Gewerbe, können hier leichter Potenziale heben. „Die Unternehmen müssen befähigt werden, ihren eigenen Weg zur Dekarbonisierung zu definieren“, so Michael Schenk, zuständiger Projektleiter bei der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (Thega).

Thüringer Energieagentur als Partner

Als Ansprechpartner für Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft sowie Energie- und Materialeffizienz nimmt die Thega eine Schlüsselrolle in diesem Transformationsprozess ein. Im Auftrag der Landesregierung bündelt sie Fachwissen zu allen relevanten Themen rund um Energieeffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität und Klimaschutz. Sie berät Kommunen, Unternehmen und Bürger anbieter- und marktneutral und unterstützt sie dabei, konkrete Maßnahmen zur Reduktion von CO₂-Emissionen zu identifizieren und umzusetzen.
Mit der neu geschaffenen Kompetenzstelle „Dekarbonisierung der Wirtschaft“ baut die Thega ihr Beratungsangebot gezielt aus. Ziel ist es, Unternehmen praxisnah zu unterstützen, Wissen zu vernetzen und innovative Lösungen gemeinsam zu entwickeln.

Kostenlose Erstberatung für Thüringer Unternehmen

„Unsere Beratungen sind kostenfrei und ausschließlich Erstberatungen“, erklärt Schenk. „Wir wollen damit den Markt für Berater, Fachplaner und andere Akteure bereiten.“ Wichtig zu wissen: Die Beratung erfolgt unabhängig und wird aus Mitteln der Europäischen Union, des Thüringer Umweltministeriums und des Thüringer Wirtschaftsministeriums finanziert.

Im Fokus stehen dabei folgende Punkte:

  • Analyse der aktuellen Energie- und Materialverbräuche im Unternehmen
  • Identifikation von Einsparpotenzialen und konkreten Maßnahmen für Dekarbonisierung
  • Hinweise zu passenden Förderprogrammen und Tools
  • Unterstützung bei der Planung und Umsetzung erster Schritte auf dem Weg zur Klimaneutralität

Wie ist der Ablauf?

Der Ablauf ist unkompliziert: „Nach Ausfüllen eines kurzen Online-Fragebogens (www.thega.de/unternehmen) erfolgt ein telefonisches Erstgespräch mit einem ThEGA-Experten. Bei Bedarf folgt eine vertiefende Vor-Ort-Beratung. Im Anschluss erhalten Unternehmen einen individuellen Beratungsbericht mit Empfehlungen und Priorisierung der nächsten Schritte. Die Umsetzung der Maßnahmen bleibt dabei stets freiwillig und ohne Verpflichtungen für das Unternehmen“, erläutert Schenk.
Ergänzend bietet die ThEGA Workshops zur CO₂-Bilanzierung an und stellt das Tool „ecocockpit“ zur Verfügung, mit dem Unternehmen ihre Emissionen erfassen und gezielt reduzieren können.

Unser Fazit

Die Dekarbonisierung ist ein strategischer Prozess, ein langfristiger und dauerhafter, betont Schenk. „Die Entscheidungen müssen Top-down in die Unternehmen getragen werden.“
Unternehmen, die sich für eine kostenfreie Erstberatung interessieren, finden alle Informationen und Kontaktmöglichkeiten direkt bei der Thega. (tl)

www.thega.de/unternehmen

Unternehmerdialog Arnstadt: Mittelstand muss selbst handeln

Unternehmerdialog in Arnstadt Mittelstand muss selbst handeln Unternehmerdialog Arnstadt: Warum Thüringens Mittelständler nicht auf die Politik warten sollten und was Wirtschaftsministerin...

Generationswechsel beim Wirtschaftsrat Thüringen

Generationswechsel beim Wirtschaftsrat Thüringen Stephan Hauschild ist neuer Landesvorsitzender Nach 14 Jahren ist jemand Neues an der Spitze: Stephan Hauschild übernimmt den Landesvorsitz...

Jena bekommt seinen Berlin-ICE zurück

Jena bekommt seinen Berlin-ICE zurück Gute Nachrichten für Unternehmen im Saaletal Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember fährt wieder ein ICE ohne Umstieg von Jena nach Berlin. Die...

Millioneninvestition für Analytik Jena: Neubauten in Thüringen eröffnet

Millioneninvestition für Analytik Jena Zwei Neubauten in Thüringen eröffnet Der Laborgerätehersteller Analytik Jena hat in der vergangenen Woche zwei neue Gebäude in Jena und Ilmenau...

Gitarren aus Carbonbeton: Innovation mit eigenem Klang

Innovation mit eigenem Klang Wie Materialforschung eine ungewöhnliche Gitarre möglich macht Was passiert, wenn ein Werkstoff dort eingesetzt wird, wo ihn zunächst niemand vermuten würde?...

Wasserstoffkonferenz: Schnittstellen von Wasserstoff und Wasserwirtschaft

Wasserstoffkonferenz in Sonneberg Schnittstellen von Wasserstoff und Wasserwirtschaft erläutert Wie gehören Wasserwirtschaft und Wasserstoff zusammen? Ohne das eine funktioniert das andere...

Expo Real 2026: Mitteldeutscher Gemeinschaftsstand zieht positive Bilanz

Expo Real 2026: Mitteldeutscher Gemeinschaftsstand zieht positive Bilanz Immobilienwirtschaft gewinne an Dynamik Thüringer Unternehmen und Wirtschaftsförderer besuchen Europas größte...

Aromatique in Thüringen: Ein Kräuterbitter als Kulturgut

Aromatique in Thüringen Ein Kräuterbitter als Kulturgut Wie viel Thüringen steckt in einem Kräuterbitter? Der „Aro“ ist für viele Thüringer mehr als ein Schnaps. Das zeigte die...

Lindig Fördertechnik erweitert sein Angebot wegen steigender Kundennachfrage

Wegen steigender Kundennachfrage: Lindig erweitert sein Angebot Eisenacher Fördertechnik-Unternehmen geht strategische Partnerschaft ein Kunden können bei Lindig künftig auf ein größeres...

Kunststoff zwischen Umweltproblem und Innovation

Kunststoff neu gedacht Zwischen "Gut" und "Böse": Auf den Umgang kommt es an Kunststoff steht in der Öffentlichkeit wie kaum ein anderer Werkstoff für Umweltverschmutzung und...
Share This