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Mut zu Entscheidungen, Vertrauen in die Zukunft
MKP und EuroLam gewinnen den Weimarer Wirtschaftspreis 2026.
Bei der Preisverleihung ging es nicht nur um unternehmerische Erfolge, sondern auch um den Mut, Bestehendes infrage zu stellen, und um die Bedeutung von Vertrauen.
Die stolzen Preisträger, Dr.-Ing. Marc Wenner (MKP GmbH) und Henning Röper (EuroLam GmbH) | Foto: Chris Sommer-Blumenstein
Unternehmertum bedeutet, Chancen zu erkennen, Risiken einzugehen und Entscheidungen zu treffen, selbst, wenn diese Entscheidungen unbequem sind. Diesen Gedanken stellte Kerstin Schreiber, Vorstand der Funkwerk AG aus Kölleda, in den Mittelpunkt ihrer Eröffnungsansprache.
Im Anschluss wurden zwei Unternehmen für ihre unternehmerischen Leistungen ausgezeichnet: die MKP GmbH aus Weimar erhielt den Preis für erfolgreiche unternehmerische Tätigkeiten der Stadt Weimar, die EuroLam GmbH aus Wiegendorf den des Weimarer Landes.
Erfolg ist mehr als Wachstum
In ihrer Keynote machte Kerstin Schreiber deutlich, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht allein an Wachstum gemessen werden könne. Ebenso wenig bedeute Erfolg, dass Schwierigkeiten ausblieben.
Gerade in herausfordernden Situationen komme es darauf an, handlungsfähig zu bleiben und auch unbequeme Entscheidungen nicht aufzuschieben.
„Die schlechteste Entscheidung ist die, die du nicht triffst“, gab Schreiber den Gästen mit auf den Weg. Manchmal bedeute das, sich von Bestehendem und vermeintlich Bewährtem zu verabschieden. Nicht zu handeln, sei keine Option.
Vertrauen als Grundlage
Vertrauen spiele dabei eine zentrale Rolle. Es eröffne Handlungsspielräume, aus denen Entscheidungen und schließlich Zukunft entstehen könnten. Gleichzeitig dürfe Vertrauen nicht dazu führen, dass der Wunsch nach Mitsprache die Entscheidungsfähigkeit einschränke.
Ein Gedanke, der gerade für mittelständische Unternehmen relevant ist: Sie müssen sich auf veränderte Märkte, neue Technologien und wirtschaftliche Unsicherheiten einstellen, ohne dabei ihre langfristige Perspektive aus den Augen zu verlieren.
Kerstin Schreiber, Vorstand der Funkwerk AG, hielt die Eröffnungsrede | Foto: Chris Sommer-Blumenstein
MKP setzt auf die Verbindung von Erfahrung und Innovation
Den ersten Preis nahm die MKP GmbH aus Weimar entgegen. Das Ingenieurbüro blickt auf 35 Jahre Unternehmensgeschichte zurück und verbindet seine Erfahrung im Bauwesen mit modernen Methoden der Bauwerksdiagnostik, des Monitorings und der digitalen Planung. Überregionale Aufmerksamkeit erhielt das Unternehmen unter anderem durch seine Arbeit an der Dresdner Carolabrücke.
Geschäftsführer Dr.-Ing. Marc Wenner griff in seiner Ansprache einen Gedanken auf, der sowohl die Arbeit des Unternehmens als auch den Wirtschaftsstandort Thüringen beschreibt: „Nicht alles, was alt ist, ist schlecht.“
Auch für Thüringen anwendbar?
Der Satz steht für einen Umgang mit Bestehendem, der weder auf unkritische Bewahrung noch auf Erneuerung um jeden Preis setzt. Gerade im Bauwesen ist es entscheidend, vorhandene Strukturen zu verstehen, ihre Substanz zu bewerten und Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Nutzung zu entwickeln. Erfahrung und Innovation müssen sich dabei nicht widersprechen, sondern können einander ergänzen.
Auch auf Thüringen lässt sich dieser Gedanke übertragen: Tradition und gewachsene Kompetenzen bilden eine Grundlage, auf der neue Lösungen entstehen können.
EuroLam: Erfolg braucht Menschen, die mitgestalten können
Der zweite Preis ging an die EuroLam GmbH aus Wiegendorf im Weimarer Land. Das 1997 gegründete Unternehmen entwickelt und produziert Lamellenfenstersysteme sowie Sonderkonstruktionen aus Glas und Aluminium. Die Produkte kommen bei Bauprojekten in zahlreichen Ländern zum Einsatz. Zugleich setzt der Betrieb auf die Ausbildung eigener Fachkräfte und die Weiterentwicklung seiner Beschäftigten.
In seiner Ansprache bezog sich Geschäftsführer Henning Röper auf die Laudatio von Martin Wagner von der VR Bank Weimar. Wagner hatte gewürdigt, dass sich Unternehmer wie Röper, gebürtig aus dem Sauerland, bewusst für Thüringen entschieden hätten.
Dankbarkeit, die in beide Richtungen geht
Röpers Reaktion darauf setzte einen ergänzenden Akzent: Dankbarkeit sei keine Einbahnstraße.
Nicht nur die Region könne dankbar für Menschen sein, die sich hier niederließen und unternehmerisch engagierten. Umgekehrt dürften auch diejenigen dankbar sein, die in Thüringen aufgenommen würden und die Möglichkeit erhielten, sich einzubringen und etwas zu gestalten.
Der Gedanke lenkt den Blick auf eine wichtige Voraussetzung wirtschaftlicher Entwicklung: Unternehmen entstehen und wachsen nicht unabhängig von ihrem Umfeld. Sie sind auf Menschen angewiesen, die Verantwortung übernehmen, ihre Fähigkeiten einbringen und langfristige Perspektiven am Standort sehen.
Umgekehrt brauchen diese Menschen Rahmenbedingungen, die ihnen Entwicklung und Mitgestaltung ermöglichen.
Wirtschaftlicher Erfolg ist keine Einzelleistung
Der Weimarer Wirtschaftspreis wurde 2026 zum elften Mal vergeben. Mit der Auszeichnung werden herausragende unternehmerische Leistungen aus Weimar und dem Weimarer Land gewürdigt. Zu den Stiftern gehören die Stadt Weimar, die Sparkasse Mittelthüringen, die VR Bank Weimar, der Kreis Weimarer Land, die IHK Erfurt und die Wirtschaftsförder-Vereinigung Apolda-Weimarer Land.
Sieben Unternehmen waren in diesem Jahr für die Preise nominiert. Die Geschäftsfelder der Nominierten waren unterschiedlich, gemeinsam haben sie jedoch, dass ihr unternehmerischer Erfolg nicht nur auf einer guten Geschäftsidee basiert.
Fachwissen, Entscheidungsbereitschaft und Menschen, die Verantwortung übernehmen sind der Grundstein dafür. (csb)
