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W3+ Fair Messe: Wirtschaftsministerin kündigt „Weimarer Wirtschaftsdreieck“ an
Hightech-Messe für Photonik, Optik und Mechanik
Auf der W3+ Fair in Jena hat Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John ein „Weimarer Wirtschaftsdreieck“ nach dem Vorbild des politischen Verständigungsformats angekündigt. Delegationen aus Frankreich und Polen sind zu Gast, mehr als 250 Aussteller aus 15 Ländern zeigen ihre Innovationen – von KI-Sicherheit bis Photonik.
Die W3+ Fair 2026 in Jena war mit mehr als 250 Ausstellern laut dem Veranstalter ausgebucht. | Foto: Sandra Böhm
Delegationen aus Frankreich und Polen zu Gast in Thüringen
Das „Weimarer Dreieck“ gibt es als politisches Verständigungsformat zwischen Deutschland, Polen und Frankreich seit 35 Jahren. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John will diesen Gedanken in die Wirtschaft übertragen. Das verkündete sie auf der Hightech-Messe für Photonik, Optik und Mechanik „W3+ Fair“ am Mittwoch in Jena.
Anlass dafür ist der Besuch von Delegationen aus beiden Ländern, die während ihres Aufenthalts vom 22. bis 25. September in Weimar und Jena die Messe mit insgesamt 25 Teilnehmenden wahrnehmen. Boos-John bekräftigte vor Ort die gemeinsame Zielsetzung der drei Länder, insbesondere den europäischen Binnenmarkt zu stärken.
Auf der W3+ Fair soll die konkrete Anbahnung von Unternehmens- und Forschungskooperation im Mittelpunkt stehen. Die Optik-Cluster „Photonics France“, „Polish Technological Platform on Photonics“ und das Thüringer „Optonet“ bilden gemeinsam mit verschiedenen Unternehmen aus der optischen und photonischen Industrie die Basis.
Rekordbeteiligung: mehr als 250 Aussteller aus 15 Ländern
Laut dem Veranstalter wartet die diesjährige Ausgabe der Messe mit den größten Beteiligung seit der Premiere 2023 auf: Mehr als 250 Aussteller aus 15 Ländern präsentieren sich auf den beiden Veranstaltungstagen. Konkret kommen 39 Prozent der Aussteller aus Mitteldeutschland, 47 Prozent aus anderen Teilen Deutschlands und die verbleibenden 14 Prozent aus dem Ausland, bestätigt Jörg Brück vom Veranstalter während seiner Eröffnungsrede.
Interessant ist auch das Messe-Design: Um allen ausstellenden Unternehmen, egal ob Start-up, Nischenführer oder Weltmarktunternehmen, die gleichen Chancen zu bieten, gibt es nur zwei Standgrößen und einen vereinheitlichten Gestaltungsrahmen der Messewände. Das erleichtert laut Brück das gegenseitige Kennenlernen und den Austausch auf der Messe.
Jenoptik-CEO spricht über seinen Einstieg im Konzern und über Chancen. | Foto: Sandra Böhm
Start-ups gesucht: „Auf der Suche nach dem next big thing“
Dass Innovationen einen hohen Stellenwert im Konzept der Messe einnehmen, zeigt sich auch dadurch, dass es einen gesonderten Bereich zur Vorstellung der Hochschulen und der Start-ups gibt. In Halle 3 reihen sich die jungen Ideen aneinander. „Wir sind auf der Suche nach dem ’next big thing'“, sagt die Thüringer Wirtschaftsministerin und verweist auf die Start-up-Strategie des Landes.
Das Jenaer Start-up Qwasaa beschäftigt sich mit der aktuellen Frage nach dem sicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz für Unternehmen. „Alle nutzen KI, aber was alle Unternehmen umtreibt, ist die Frage, wie man dafür sorgt, dass die eigene Innovation im Unternehmen bleibt“, sagt Mitarbeiter Sebastian Kratz. Mit ihrem ausschließlich lokal agierenden und nicht ans Internet angeschlossenen System bieten sie eine Lösung für den kontrollierten KI-Einsatz an. Das junge Unternehmen ist erst seit Anfang 2025 am Markt, konnte aber nach eigenen Angaben sein Team in kurzer Zeit von drei auf 19 Beschäftigten aufbauen.
Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zum Arbeitsalltag von nahezu jedem Unternehmen. Jenoptik-Vorstandschef Dominic Dorfner, der seit knapp zwei Monaten das Unternehmen leitet, sieht darin auch Wachstumspotential für den Photonik-Konzern: „Diese [KI] braucht Rechenzentren und die benötigen Chips und so kommen wir ins Spiel.“ (sa)
In der Start-up Area besuchen Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und Geschäftsführer der IHK Ostthüringen Marcel Seyfert verschiedene Stände. | Foto: Sandra Böhm
