Nachhaltigkeit in der Gründerszene
Ist das die neue „Frauensache“?
Neu-Gründer handeln nachhaltiger als Etablierte
Die vom RKW Kompetenzzentrum in Kooperation mit dem Thünen-Institut erstellte GEM-Studie hat sowohl Neugründer als auch etablierte Unternehmer befragt, wie sie soziale und ökologische Nachhaltigkeit priorisieren.
Das Ergebnis ist ein klares Signal für die nächste Unternehmergeneration: Die „Frischlinge“ agieren nachhaltiger. Ökologische Maßnahmen: Innerhalb des letzten Jahres haben 64,8 Prozent der Neugründer Schritte zur Minimierung ihrer Umweltauswirkungen unternommen. Dazu gehören beispielsweise Energie sparen oder die Verwendung umweltfreundlicherer Materialien. Bei den etablierten Unternehmern waren es nur 54,8 Prozent.
Soziale Maßnahmen: Beim Maximieren sozialer Effekte (faire Löhne, Arbeitsplätze für junge Menschen) ist der Unterschied noch gravierender: 61,9 Prozent der Neugründer waren hier aktiv, während es bei den etablierten Unternehmern nur 47,6 Prozent waren – immerhin eine Spanne von 14,3 Prozentpunkten. Die neuen Unternehmen setzen also in beiden Feldern stärkere Akzente.
Gründerinnen: Konsequenter beim Umweltschutz
Beim Vergleich der Geschlechter verschiebt sich der Fokus noch deutlicher. Während viele Gründer bereits umweltbewusst handeln, treiben die Frauen das Thema noch stärker voran. Auf die Frage, ob im letzten Jahr Maßnahmen zur Minimierung der Umweltauswirkungen des Unternehmens ergriffen wurden, antworteten 71,7 Prozent der Gründerinnen mit „Ja“. Bei den männlichen Gründern waren es mit 60,2 Prozent rund zwölf Prozentpunkte weniger.
Auch bei den sozialen Effekten lagen die Frauen vorn (64,4 Prozent vs. 59,8 Prozent der Männer), auch wenn die Differenz hier mit knapp fünf Prozentpunkten geringer ausfiel.
Grüne Dividende: Nachhaltigkeit zahlt sich für Frauen mehr aus
Der vielleicht spannendste Befund der Studie: Nachhaltiges Wirtschaften, konkret die Berücksichtigung von Umweltaspekten, hat generell positive ökonomische Effekte – die Gründerinnen erzielen diese häufiger und deutlicher als ihre männlichen Kollegen.
