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E-Trucks, Roboter, Speicherlösungen: 

LNT-Netzwerktag zeigt Thüringens Logistik im Wandel

Waltershausen, 10. September 2026. Das Logistik Netzwerk Thüringen (LNT) hat seinen diesjährigen Netzwerktag bei der Maxx Solar & Energie GmbH & Co. KG in Waltershausen ausgerichtet. Im Mittelpunkt stand thematisch die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge und die dafür nötige Ladeinfrastruktur

Wollen gemeinsam die Weichen Richtung Zukunft der Logistik stellen: Die Teilnehmenden des LNT-Netzwerktages in Waltershausen. Fotos: Juliane Keith / Sebastian Mertens

So kennt man die Logistikwelt: Ohne Umschweife ging es gleich zum Auftakt in die Fachgespräche. An den unternehmenseigenen Ladepunkten von Maxx Solar oder am eActros 600 der Deutschen Post diskutierten die Logistiker die gegenwärtige Ladeinfrastruktur, Zuladegrößen oder die Auswirkungen bei der Be- und Entladung durch die hintere Antriebsachse der E-LKW. Auf der Fläche waren die autonomen Transportsysteme der Lindig Fördertechnik gefragte Demonstrationsobjekte, darunter das Palettentransportsystem Linde L-Matic oder die Servicerobotik von Pudu.

Von HVO bis Wasserstoff

Cisell Kirchner, Abteilungsleiter Verkehr der Deutsche Post in der Niederlassung im Güterverkehrszentrum (GVZ) Erfurt, gab einen klaren Kurs für die zukünftige Anstriebsstrategie vor. Am Standort Erfurt setzt DHL aktuell bei der Paketzustellung im Nahverkehr bereits großflächig auf reine Elektrofahrzeuge, während der schwere Regional- und Fernverkehr zur CO₂-Einsparung auf den Brückenkraftstoff HVO100 umgestellt ist. Für eine erfolgreiche Weiterentwicklung sieht Kirchner die zeitnahe Fertigstellung der geplanten Wasserstoff-Tankinfrastruktur im GVZ Erfurt als zwingend erforderlich, um auch den schweren Fernverkehr langfristig emissionsfrei zu betreiben.

Unternehmenskraftwerk als Blaupause

Im Zentrum der Veranstaltung stand das Energiekonzept des Gastgebers selbst. Maxx Solar betreibt am Standort Waltershausen eine 170-kWp-Photovoltaikanlage, kombiniert mit einem 82-kW-Batteriespeicher, der um zweimal 30 kW erweiterbar und notstromfähig ist. Der Solarstrom versorgt Wärmepumpe, Kühlung und eine nahezu vollständig elektrifizierte Fahrzeugflotte über 16 Wallboxen. Geschäftsführer Marcus Hellmund stellte das Modell in seinem Impulsvortrag als übertragbares Konzept vor – mit Perspektive auf Energy Sharing und Quartierslösungen, bei denen Strom zum gemeinsam nutzbaren Wirtschaftsgut wird.

Finanzierung des Umstiegs

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Finanzierung des Umstiegs: Anika Winkelhöfer von der Thüringer Aufbaubank kündigte den zweiten Förderaufruf für Ladeinfrastruktur bei schweren batterieelektrischen Nutzfahrzeugen an und suchte den direkten Dialog mit Transport- und Logistikunternehmen, um Förderbedingungen praxisnah zu besprechen.

Neue Mitglieder, neue Handlungsfelder, neue Termine

Mit Johannes Schmerbauch von IKEA Deutschland, Fagus Pauly von der UnternehmenDigital GmbH und Christian Merkert von Aktiv Assekuranz begrüßte Netzwerkgeschäftsführer Karsten Schmidt gleich drei neue Mitglieder im LNT. Mitgliedsunternehmen, LNT-Partner und Dienstleister pitchten Innovationen und Portfolios in zwei Praxisteilen, zwischendurch gab es Führungen, Fachgespräche zu Personalgewinnung und neuen Digitallösungen. „Der LNT-Netzwerktag hat gezeigt, wie sich große Megatrends in konkrete Arbeit übersetzen lassen. Für uns sind es die vier Handlungsfelder „Dekarbonisierung & Nachhaltigkeit“, „Digitalisierung, KI & Sicherheit“, „Demografie & Personal“ sowie „Diversifikation & Resilienz“ jeweils mit einer klaren Zieldimension verbunden“, sagt Sebastian Mertens, Vorstandsmitglied des LNT. „Für mich ist der entscheidende Punkt: Diese vier „D’s“ sind kein Katalog zum Abhaken, sondern greifen ineinander. Wer sie gemeinsam denkt, macht sein Unternehmen zukunftsfähig. Genau daran arbeiten wir jetzt.“

Als nächster Termin steht der LNT-Netzwerktag am 15. April 2027, am „Tag der Logistik“ bereits fest und wird bei der Rhenus Warehousing Solutions SE & Co. KG in Hörselgau stattfinden.

 

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