29.06.2026 | Anzeige, Schmalkalden

Lesedauer: 4 Minuten

Stadtverwaltung Schmalkalden

Standortentwicklung in Südthüringen

Schmalkalden zeigt, wie es geht

 

Drei Jahre Bauzeit, 27 Millionen Euro Investition, 27,7 Hektar neue Perspektive:
Das Gewerbegebiet „An der B19“ ist mehr als eine Erschließungsmaßnahme — es ist ein Bekenntnis zum ländlichen Raum.

HSM 1

Es sind oft die leisen, strukturellen Weichenstellungen, die über die Zukunft einer Region mehr aussagen als jede große Eröffnungsfeier. Und doch verdient das, was sich dieser Tage zwischen dem Ortsteil Niederschmalkalden und der Gemeinde Schwallungen an der B19 vollzogen hat, mehr als ein kurzes Protokoll. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hat gemeinsam mit Landrätin Peggy Greiser und Bürgermeister Thomas Kaminski das neue Industrie- und Gewerbegebiet „An der B19“ offiziell übergeben. Vier Jahre Bauzeit. 27 Millionen Euro Gesamtinvestition, davon 23,9 Millionen aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Ein Areal, das wartet — und offenkundig nicht lange warten muss.

Ein Standort, der schon vor der Eröffnung gefragt war

Was Schmalkalden mit diesem Projekt demonstriert, ist zunächst einmal handwerkliche Verlässlichkeit: Die Stadt hat geliefert. Bereits heute ist ein beträchtlicher Teil der rund 27,7 Hektar vermarktbaren Nettofläche vergeben oder befindet sich im Vermarktungsprozess — und das noch vor dem offiziellen Startschuss. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Standortlogik, die aufgeht. Die B19 verbindet Südthüringen mit den überregionalen Wirtschaftsachsen, das Areal liegt verkehrsgünstig und damit für Logistik, Produktion und Gewerbe gleichermaßen attraktiv.

Schmalkalden ist dabei kein unbeschriebenes Blatt. Die Stadt zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutenden Wirtschafts- und Hochschulstandorten Südthüringens und ist Teil des Oberzentrums. Werkzeugherstellung und metallverarbeitende Industrie bilden das historisch gewachsene Rückgrat — ergänzt durch Automobilzulieferer, Kunststoffindustrie und eine Hochschule, die mit rund 3.000 Studierenden aus über 80 Ländern weit über die Region hinausstrahlt. Institutionen wie die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung e. V. (GFE) und die Technologie- und Gründer-Förderungsgesellschaft (TGF) Schmalkalden sichern den Transfer zwischen Forschung und Anwendung. Dieser Mix macht die Stadt resilient — und attraktiv.

90 Prozent Auslastung: Wachstum braucht Raum

Dass ein neues Gewerbegebiet nötig wurde, war keine strategische Weitsicht der Politik — es war schlicht Notwendigkeit. Die bislang 13 Gewerbegebiete der Stadt wiesen eine Auslastung von über 90 Prozent auf. Im Umkreis von 15 Kilometern waren nahezu alle Flächen belegt. Unternehmen, die wachsen oder sich neu ansiedeln wollten, schauten sich zunehmend anderswo um. Der stille Gegner jeder Regionalentwicklung ist nicht der dramatische Abgang, sondern das langsame Ausbleiben von Neuansiedlungen.

Das neue Areal an der B19 kann in bis zu sechzehn Parzellen aufgeteilt werden — groß genug für industrielle Ansiedlungen, flexibel genug für unterschiedliche Bedarfe. Dass Ministerium und Kommune gemeinsam früh die Weichen gestellt haben, zahlt sich jetzt aus. Boos-John bringt es auf den Punkt: Diese Investition sei gut angelegtes Geld — für Arbeitsplätze, für regionale Wertschöpfung und für eine starke wirtschaftliche Entwicklung in Südthüringen.

Schwallungen und das interkommunale Signal

Doch Schmalkalden denkt weiter. Parallel zur Eröffnung des B19-Gebiets nimmt ein weiteres, interkommunales Projekt Gestalt an: Gemeinsam mit der Gemeinde Schwallungen entsteht ein neues Gewerbe- und Industriegebiet mit rund 28 Hektar Fläche. Das Areal wird voraussichtlich ab 2028 für Ansiedlungen bereitstehen — und richtet sich explizit an Unternehmen mit größerem Platzbedarf, die das bestehende Angebot bislang nicht bedienen konnte.

Interkommunale Kooperation gilt in der Kommunalpolitik oft als Wunschbild, das an Zuständigkeitsfragen scheitert. Schmalkalden und Schwallungen zeigen, dass es anders geht — mit gemeinsamer Trägerschaft, geteiltem Nutzen und klarer Arbeitsteilung. Das ist ein Modell, das andere Regionen in Thüringen aufmerksam beobachten sollten.

Was Standortpolitik im ländlichen Raum leisten muss

Die Eröffnung des Gewerbegebiets „An der B19“ ist auch eine Antwort auf eine größere Frage: Wie hält man wirtschaftliche Dynamik in Regionen abseits der Metropolen? Thüringen hat hier strukturell zu kämpfen — Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Abwanderung junger Menschen. Doch Schmalkalden zeigt, dass die Antwort nicht im Klagen über diese Rahmenbedingungen liegt, sondern im konkreten Handeln: Flächen schaffen, Investitionen ermöglichen, Perspektiven bieten.

Die GRW-Förderung ist dabei das Instrument, das Land und Bund gemeinsam schärfen müssen — und das hier seine Wirkung entfaltet. Rund 88 Prozent der Gesamtkosten werden öffentlich getragen. Das mag hoch klingen; gemessen an der Hebelwirkung für private Investitionen, Arbeitsplätze und Steueraufkommen ist es eine nüchterne Rechnung.

Schmalkalden hat geliefert. Die Flächen sind da. Jetzt liegt es an den Unternehmen — und an einer Landespolitik, die diesen Typ von Standortentwicklung auch künftig mit der nötigen Konsequenz begleitet.

 

Gewerbegebiet „An der B19“

Steckbrief
  • 22,2 ha bereits vermarktet oder in Vermarktung befindlich
  • 5,5 ha noch nicht vergeben
  • Interessenten werden noch gesucht
  • Kaufpreis vor Vermessung: 20,00 Euro/m²
Lage des Gewerbegebiets
  • Grundstücksflächen der Gemarkung Niederschmalkalden
  • in westlicher Richtung direkt angrenzende Bundesstraße B19,
    Anbindung nach Bad Salzungen, Eisenach, Meiningen
  • in nördlicher Richtung direkt angrenzende Landesstraße L1026
  • über die B19 sind die A71, A44 und die A4 schnell erreichbar.
Hochschule Schmalkalden

Stadtverwaltung Schmalkalden

 

Stabsstelle Wirtschaftsförderung
Altmarkt 1, 98574 Schmalkalden

Webseite: www.schmalkalden.de

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